Bauschaden-Atlas Lauf an der Pegnitz
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Lauf an der Pegnitz stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Lauf an der Pegnitz dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Lauf an der Pegnitz im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Altstadt (rechts der Pegnitz) | Spätmittelalter bis Barock, mit Wiederaufbau nach dem Brand von 1553 | Der historische Kern rechts der Pegnitz liegt um den Marktplatz mit Rathaus und der Kirche St. Johannis. Erhalten sind zwei Stadttore, das Nürnberger Tor und das Hersbrucker Tor, sowie Reste der Stadtmauer. Prägend sind Sandsteinquaderbauten und verputzte Bürgerhäuser mit Fachwerk in den Obergeschossen, dazu Felsenkeller aus dem 15. Jahrhundert, die unter dem Marktplatz in den Sandstein getrieben wurden. Nach dem Brand im Zweiten Markgrafenkrieg 1553 wurde die Stadt weitgehend neu aufgebaut. | Absanden, Salzausblühungen und schalenartiges Abplatzen des Sandsteins an Sockeln, Gewänden, Toren und Mauerresten |
| Lauf links der Pegnitz | Industrialisierung ab 1870, Gründerzeit, Wiederaufbau und Wohnbau der Nachkriegszeit | Der Stadtteil links der Pegnitz entwickelte sich mit der Industrialisierung ab etwa 1870 entlang von Bahn und Fluss. Bestimmend sind Fabrik-, Gewerbe- und Verwaltungsbauten, gründerzeitliche Wohn- und Geschäftshäuser mit Sandsteingliederungen sowie umfangreiche Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte bis in die Gegenwart. Die Stadtbahnhöfe Lauf links und Lauf West binden den Stadtteil an Nürnberg an. | Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken der Gründerzeithäuser dort, wo sie in feuchtem Außenmauerwerk auflagern |
| Neunhof | Herrensitz und Dorfkern des 16. bis 19. Jahrhunderts, Wohn- und Gewerbebau ab den 1970er Jahren | 1972 eingemeindet. Prägend ist Schloss Neunhof, ein ehemaliger Nürnberger Herrensitz. Um den Dorfkern mit Sandsteinbauten und ehemaligen Hofstellen sind Wohngebiete der Nachkriegsjahrzehnte entstanden, dazu kommt eine kleinere Gewerbefläche. | Absanden und Frostabplatzungen an den Sandsteinquadern und Sandsteinsockeln des Herrensitzes und der alten Hofstellen |
| Dehnberg | Dörflicher Bestand des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohn- und Gewerbebau der Nachkriegszeit | 1977 eingemeindet, Ortsteil nordöstlich der Kernstadt in Höhenlage über dem Pegnitztal. Der Kern besteht aus fränkischen Sandsteinhäusern und ehemaligen Hofstellen mit Scheunen, teils mit Fachwerk in den Giebeln. Am Rand liegen Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte und eine kleinere Gewerbefläche. | Drückendes Hang- und Schichtenwasser an bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen |
| Simonshofen | Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohn- und Gewerbebau ab den 1970er Jahren | 1973 eingemeindet, Ortsteil im Norden des Stadtgebiets. Landwirtschaftlich geprägter Kern mit Sandsteinhäusern, Fachwerkscheunen und geschlossenen Hofstellen. Daran schließen Wohnbebauung der Nachkriegszeit und eine kleinere Gewerbefläche an. | Befall der Dachstühle und des Scheunenfachwerks durch Hausbock und Nagekäfer |
| Schönberg | Dörflicher Bestand des 19. Jahrhunderts, Wohn- und Gewerbebau ab den 1960er Jahren | 1972 eingemeindet, Ortsteil südöstlich der Kernstadt. Um den alten Kern mit Sandsteinbauten und ehemaligen Hofstellen sind Wohngebiete der Nachkriegsjahrzehnte entstanden, dazu kommt eine kleinere Gewerbefläche. | Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der Siedlungshäuser mit Schimmel an Fensterlaibungen und Raumecken |
| Heuchling | Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der Nachkriegszeit | 1978 eingemeindet, Ortsteil östlich der Kernstadt im Pegnitztal. Gewachsener Kern mit fränkischen Sandsteinhäusern und ehemaligen Hofstellen, daran anschließend Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. | Feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Pegnitzaue, wo der Grundwasserstand hoch steht |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Altstadt (rechts der Pegnitz) typisch?
In Altstadt (rechts der Pegnitz) dominiert Der historische Kern rechts der Pegnitz liegt um den Marktplatz mit Rathaus und der Kirche St. Johannis. Erhalten sind zwei Stadttore, das Nürnberger Tor und das Hersbrucker Tor, sowie Reste der Stadtmauer. Prägend sind Sandsteinquaderbauten und verputzte Bürgerhäuser mit Fachwerk in den Obergeschossen, dazu Felsenkeller aus dem 15. Jahrhundert, die unter dem Marktplatz in den Sandstein getrieben wurden. Nach dem Brand im Zweiten Markgrafenkrieg 1553 wurde die Stadt weitgehend neu aufgebaut. aus der Zeit Spätmittelalter bis Barock, mit Wiederaufbau nach dem Brand von 1553. Der häufigste Schaden ist absanden, Salzausblühungen und schalenartiges Abplatzen des Sandsteins an Sockeln, Gewänden, Toren und Mauerresten. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Absanden, Salzausblühungen und schalenartiges Abplatzen des Sandsteins an Sockeln, Gewänden, Toren und Mauerresten
- Aufsteigende Feuchte im Innenputz der Erdgeschosse, weil in der Altstadt eine wirksame Horizontalsperre fehlt
- Feuchte, Schimmel und Salpeter in den in den Sandstein getriebenen Felsenkellern durch fehlende Querlüftung und dichte Bodenbeläge
- Verdecktes Fachwerk in den Obergeschossen mit Schwellenfäule und geschädigten Ständern unter jüngeren Verkleidungen und Zementputzen
Postleitzahl 91207.
Welche Bauschäden sind in Lauf links der Pegnitz typisch?
In Lauf links der Pegnitz dominiert Der Stadtteil links der Pegnitz entwickelte sich mit der Industrialisierung ab etwa 1870 entlang von Bahn und Fluss. Bestimmend sind Fabrik-, Gewerbe- und Verwaltungsbauten, gründerzeitliche Wohn- und Geschäftshäuser mit Sandsteingliederungen sowie umfangreiche Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte bis in die Gegenwart. Die Stadtbahnhöfe Lauf links und Lauf West binden den Stadtteil an Nürnberg an. aus der Zeit Industrialisierung ab 1870, Gründerzeit, Wiederaufbau und Wohnbau der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken der Gründerzeithäuser dort, wo sie in feuchtem Außenmauerwerk auflagern. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken der Gründerzeithäuser dort, wo sie in feuchtem Außenmauerwerk auflagern
- Asbesthaltige Bauteile wie Faserzementplatten, Bodenbeläge und Rohrisolierungen in Gewerbe- und Wohnbauten der 1950er bis 1970er Jahre
- Erschütterungsrisse an Gebäuden entlang der Bahntrassen und der stark befahrenen Durchgangsstraßen
- Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der Nachkriegsbauten mit Schimmel an Fensterlaibungen
Postleitzahl 91207.
Welche Bauschäden sind in Neunhof typisch?
In Neunhof dominiert 1972 eingemeindet. Prägend ist Schloss Neunhof, ein ehemaliger Nürnberger Herrensitz. Um den Dorfkern mit Sandsteinbauten und ehemaligen Hofstellen sind Wohngebiete der Nachkriegsjahrzehnte entstanden, dazu kommt eine kleinere Gewerbefläche. aus der Zeit Herrensitz und Dorfkern des 16. bis 19. Jahrhunderts, Wohn- und Gewerbebau ab den 1970er Jahren. Der häufigste Schaden ist absanden und Frostabplatzungen an den Sandsteinquadern und Sandsteinsockeln des Herrensitzes und der alten Hofstellen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Absanden und Frostabplatzungen an den Sandsteinquadern und Sandsteinsockeln des Herrensitzes und der alten Hofstellen
- Aufsteigende Feuchte und Salzschäden im Sockelmauerwerk der Dorfhäuser ohne Horizontalsperre
- Setzungsrisse zwischen Altbau und Anbau, weil beide unterschiedlich tief gegründet sind
- Rest- und Baufeuchte sowie Schimmel an Fensterlaibungen in den Neubaugebieten mit dichter Gebäudehülle und ohne Lüftungskonzept
Postleitzahl 91207.
Welche Bauschäden sind in Dehnberg typisch?
In Dehnberg dominiert 1977 eingemeindet, Ortsteil nordöstlich der Kernstadt in Höhenlage über dem Pegnitztal. Der Kern besteht aus fränkischen Sandsteinhäusern und ehemaligen Hofstellen mit Scheunen, teils mit Fachwerk in den Giebeln. Am Rand liegen Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte und eine kleinere Gewerbefläche. aus der Zeit Dörflicher Bestand des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohn- und Gewerbebau der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist drückendes Hang- und Schichtenwasser an bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Drückendes Hang- und Schichtenwasser an bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen
- Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der Scheunen und Nebengebäude
- Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen an Sandsteinsockeln und Stützmauern in exponierter Hanglage
- Erschütterungsrisse an Gebäuden entlang der Zufahrt zum Gewerbegebiet durch den Schwerverkehr
Postleitzahl 91207.
Welche Bauschäden sind in Simonshofen typisch?
In Simonshofen dominiert 1973 eingemeindet, Ortsteil im Norden des Stadtgebiets. Landwirtschaftlich geprägter Kern mit Sandsteinhäusern, Fachwerkscheunen und geschlossenen Hofstellen. Daran schließen Wohnbebauung der Nachkriegszeit und eine kleinere Gewerbefläche an. aus der Zeit Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohn- und Gewerbebau ab den 1970er Jahren. Der häufigste Schaden ist befall der Dachstühle und des Scheunenfachwerks durch Hausbock und Nagekäfer. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Befall der Dachstühle und des Scheunenfachwerks durch Hausbock und Nagekäfer
- Gefachrisse und ausgewaschener Kalkputz an den Fachwerkfassaden der Hofstellen
- Feuchte- und Wärmeschutzmängel bei der Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude zu Wohnraum
- Absanden und Salzausblühungen an den Sandsteinsockeln, verstärkt durch nachträglich aufgebrachten Zementputz
Postleitzahl 91207.
Welche Bauschäden sind in Schönberg typisch?
In Schönberg dominiert 1972 eingemeindet, Ortsteil südöstlich der Kernstadt. Um den alten Kern mit Sandsteinbauten und ehemaligen Hofstellen sind Wohngebiete der Nachkriegsjahrzehnte entstanden, dazu kommt eine kleinere Gewerbefläche. aus der Zeit Dörflicher Bestand des 19. Jahrhunderts, Wohn- und Gewerbebau ab den 1960er Jahren. Der häufigste Schaden ist wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der Siedlungshäuser mit Schimmel an Fensterlaibungen und Raumecken. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der Siedlungshäuser mit Schimmel an Fensterlaibungen und Raumecken
- Versprödete Bitumenanstriche als einzige Kellerabdichtung der Wohnhäuser aus den 1960er und 1970er Jahren
- Aufsteigende Feuchte in den Sandsteinsockeln der Dorfhäuser, weil eine Horizontalsperre fehlt
- Flachdächer von Gewerbe- und Nebengebäuden mit gealterter Abdichtung und stehendem Wasser
Postleitzahl 91207.
Welche Bauschäden sind in Heuchling typisch?
In Heuchling dominiert 1978 eingemeindet, Ortsteil östlich der Kernstadt im Pegnitztal. Gewachsener Kern mit fränkischen Sandsteinhäusern und ehemaligen Hofstellen, daran anschließend Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Dorfkern des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Pegnitzaue, wo der Grundwasserstand hoch steht. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Pegnitzaue, wo der Grundwasserstand hoch steht
- Salzausblühungen und Absanden am Sandsteinmauerwerk der Sockel im dauerhaft feuchten Umfeld
- Fäulnis an den Holzbauteilen der alten Wirtschaftsgebäude und Scheunen
- Feuchteschäden an Anbauten wie Garagen und Wintergärten durch mangelhaften Anschluss an den Altbau
Postleitzahl 91207.
Was die Bausubstanz von Lauf an der Pegnitz prägt
- Lauf liegt im Sandsteingebiet des Pegnitztals. Der poröse Stein nimmt Wasser kapillar auf und reagiert empfindlich auf Salze, Frost und dichte Zementputze. Absanden und Abplatzen an Sockeln und Gewänden ist das häufigste Schadensbild im Altbestand.
- Unter dem Marktplatz liegen Felsenkeller des 15. Jahrhunderts, in den Sandstein getrieben. Sie sind kühl, feucht und schlecht belüftet, entsprechend häufig sind Schimmel und Salpeterbildung.
- Die Pegnitz durchfließt die Stadt und teilt sie in zwei Hälften. In der Aue stehen Keller und Bodenplatten unter hoher Bodenfeuchte, Hochwasser reicht bis in die Bebauung.
- Der Brand von 1553 im Zweiten Markgrafenkrieg hat den Kern weitgehend zerstört. Der heutige Altbestand stammt überwiegend aus dem Wiederaufbau danach, errichtet ohne Horizontalsperre.
- Die Industrialisierung ab etwa 1870 links der Pegnitz hat Fabrik-, Gewerbe- und Arbeiterwohnbauten hinterlassen. Bei deren Umnutzung sind Asbest, Altlastenverdacht und mangelhafter Wärmeschutz die wiederkehrenden Themen.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.